Das Pfingstlager 2005

Die Wikinger in Schmitzingen

Es ist zwar schon eine ganze Weile her, aber ich erinnere mich immer wieder gern dran…unser Pfingstlager 2005. Es herrschte ein so großer Andrang auf dieses Lager, wie die Lagerleitung (Anun, Bonza i, Labeij, Regina) wohl nicht zu hoffen gewagt hätten, zudem hatten wir auch zwei Gaststämme: Yanktonai aus Tiengen und den Stamm Stettenfels, der allerdings nur von Michi vertreten wurde. Doch wie bei den bisherigen Pfingstlagern auch, war dieses gleichermaßen mit viel Arbeit und Schweiß verbunden, aber natürlich war das nicht das einzige, was unser Pfila zu bieten hatte!

Wie alles begann…
…vor langer, langer Zeit, da belebten die Wikinger die Nordländer. Sie waren starke, kräftige Menschen mit ungeheurem Mut und messerscharfem Schwert. Doch sie waren nicht nur große Kämpfer, sondern auch fürsorgliche Gemeinschaftswesen. So kam es, dass sich die älteren von ihnen, genannt Pfadfis und Ranger/Rover, an einem Freitag, dem 13. trafen, um eine neue Siedlung zu gründen.

Sie waren schon damals ein sehr fortschrittlicher Stamm und so bauten und werkelten sie an eben diesem und folgendem Tag an Küchenzelten, Jurten, Kothen, Großjurten, an einem Hanger so wie an einem Fahnenmast, einem Lagerturm und an einem Lagertor und beschlossen dann, ihre neue Heimat „Sivilja“ zu taufen.

Während sich die beiden Wikingermütter Andrea und Renate rührend um das leibliche Wohl der Siedlungsbauer bemühten, bewältigten diese das eben genannte Pensum innerhalb kürzester Zeit mit Bravur. Schließlich wollten sie ja nur das Beste für den Wikingernachwuchs, die Wölflinge.

Kaum waren unsere fleißigen Hände fertig mit den Arbeiten, ließen sich auch unsere Jüngsten nicht lumpen und bevölkerten Sivilja zahlreich.

Doch die Kunde einer großen Katastrophe macht so langsam die Runde:
Ihre frisch erbaute Heimat wird von einem unheilvollen Vulkan bedroht, der in Kürze ausbrechen wird.
Was tun? Es gibt nur eine Lösung: Flucht!
Doch plötzlich trifft ein Bote zu den Wikingerräten mit einer wahrlichen Hiobsbotschaft: Die Königin wurde von den hinterhältigen Wachen des Vulkans geraubt, ohne sie ist an keine Flucht zu denken.
Es gibt nur eine Möglichkeit, die Situation wieder in den Griff zu bekommen: Die Wölfe müssen eine Ausbildung zur Royalen Wache erhalten um so die Gefangene wieder befreien zu können. Gesagt, getan, nach wenigen Stunden haben alle Wölflinge die harte Ausbildung bestanden und konnten sich nun für die Befreiung wappnen. Mit Anun, dem Gott des Krieges und lauten Gebrüll machte sich die Meute auf den Weg. Sie fanden die Königin und schafften es auch mit viel Mühe, Geschick und Mut sie zu befreien und die schrecklichen Vulkanwachen fürs Erste in die Flucht zu treiben.
Aber Vulkanwachen kommen wieder…

Nach all diesen Anstrengungen stärkten sich die Wikinger erst einmal mit einem leckeren Abendessen. Anschließend ließen sie den Tag mit einem gemütlichen Jurtenabend ausklingen.

Am nächsten Tag ging es dann weiter mit den Vorbereitungen für ihre Abreise: Ein Schiff musste her, das groß genug war, um allen die Flucht von der Insel zu ermöglichen. Das nahmen Ulba, Labeij und Yalu in die Hand. Sie schmiedeten Pläne und motivierten alle Wikinger, beim Schiffsbau mitzuhelfen. Es gab viel zu tun: Holz musste gesammelt werden, Seile wurden bearbeitet und zurechtgeschnitten und und und. So verging die Zeit wie im Flug und abends stand dann ein riesiges Schiff bereit. Doch noch war die Zeit zur Abreise nicht gekommen und unsere emsigen Wikinger gönnten sich zunächst ein paar Stunden Schlaf. Nach einer Morgenrunde und einem ausgiebigem Frühstück lernte unser Stamm in Workshops wie er sich auf die kommenden Tage vorzubereiten hatte. Es wurden Runenbrettspiele, Think Positive Workshops, Theater, Singen und Entspannungen angeboten.

Mittags hatten sich dann alle soweit erholt, dass Patricia der Meute ein Überlebenstraining angedeihen lassen konnte, damit sie sich auf ihrer neuen Insel selbst versorgen konnten. Um das noch ein wenig zu vertiefen, bauten die Meuten und Sippen am nächsten Tag Kochstellen und bereiteten sich ihr Mittagessen selbst zu. Man muss wohl sagen, dass das Überlebenstraining gefruchtet hat, denn diese Aufgabe meisterten sie ohne größere Probleme. Den Nachmittag ließen sie dann ruhiger angehen, schließlich hatten sie einen langen Abend vor sich:


Während der letzten Tage sind alle an ihren Grenzen angelangt oder haben sie überschritten. Dafür sollten sie belohnt werden und so gab es abends ein Wölflingsfeuer, das sich gewaschen hatte: Gürtel, Hemden, Abzeichen und Halstücher wurden verteilt. Doch das war nicht das einzige!

Nachdem die Wölflinge, mit Ausnahme von Lena, Lea, Elisa, Nathalie, Elena, Jasmin S., Jasmin H., Enxhi und Pascal ins Bett geschickt wurden, baten die Meutenführer Andrea und Ulba diese nacheinander in den Kreis und übergaben sie an die jeweiligen Sippenführer Esora, Anilo und den neuen Sippenführer Selti. Sie waren nun keine Wölflinge mehr, sondern richtige Jungpfadfinder, mit all den Verpflichtungen, Aufgaben aber auch Freuden.
So ging ein aufregender Abend zu Ende und ein genauso aufregender Tag sollte folgen…

Die Zeit war reif, der Vulkan brummte und brodelte, nun hieß es abreisefertig machen! Die Meuten packten ihre sieben Sachen zusammen, versammelten sich auf dem eigens gebauten Schiff, vergossen noch ein zwei Tränen, weil sie ihre lieb gewonnene Insel Sivilja verlassen mussten, schauten dem Sturm und all seinen Gefahren ins Auge und stachen letztendlich, nach langer Zeit in See.

Der Wind blies ihnen um die Ohren und sie hielten sich fest an der Reling, um nicht ins Wasser zu fallen. Nach wenigen Stunden hatten sie den Sturm hinter sich gelassen und fuhren nun auf zu neuen Ufern, in ein neues Land und eine neue Zukunft…

…hier endet nun unsere Geschichte von dem starken Wikingervolk. Wünschen wir ihnen das Beste!
Was unsere Wölflinge anbelangt, die sind alle wohlbehütet wieder nach Hause gefahren und mussten sich wohl erst einmal zwei Tage Ruhe gönnen.
Die Jupfis, Pfadis und R/R’s hingegen blieben noch zwei weitere Tage auf dem Lagerplatz, schließlich war das Lager noch nicht zu Ende und eine weitere, spannende Nacht schloss sich der letzten an: ein Pfadifeuer.

Besonders unsere Pfadfinder haben tatkräftig dazu beigetragen, dass dieses Lager funktionieren konnte und in der Größe Bestand hatte. Das musste belohnt werden. Zum zweiten und zum letzten Mal wurden Abzeichen und Halstücher verteilt:
Nitah von den Micheln und Ramona, Sean, Simon und Felix von den Bullerbüs legten feierlich ihr Versprechen ab und bekamen ihr Halstuch überreicht.
Selti und Yalu wurden für ihren Einsatz mit der WOSM (Word Organisation of Scouts Movement) geehrt, Andrea und Renate wurden endlich ihre WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts) Kleeblätter verliehen, was nicht daran lag, dass sie sie sich zuvor nicht verdient hatten, sondern einfach daran, dass wohl wir alle verschlafen haben, dass die beiden noch keine hatten.

So, nun genug zu diesem Tag, auch Gruppenleiter müssen mal schlafen und wie sie am nächsten Tag im Schwimmbad oder beim Eis essen bewiesen haben, sind sie auch gut darin, sich mit den restlichen Teilnehmern zu erholen.
Diese Erholung hatten sie auch dringend nötig, denn am darauf folgenden Tag ging es an einen kräftezehrenden Abbau, der wohl die Geduld und Ruhe aller forderte.
Als letztlich alles verpackt, abtransportiert und verräumt war, bedankte sich die Lagerleitung mit einem kleinem Dankeschön in essbarer Form bei allen, die so tatkräftig zu diesem Pfingstlager beigetragen haben.

Regina