R/Rs in den Bergen


Traditionelle Engadin-Tour zeigt auf, was R/Rs in den Bergen außer Wanderungen noch alles unternehmen...

Also eigentlich war ja bereits eine Entscheidung gegen das Ziel Engadin gefallen: Bei unserer üblichen Pause im Heidiland (genau, die große Autobahnraststätte bei Bad Ragaz) hatten Li, Payno und ich spontan beschlossen, den längeren Weg ins Engadin zu kürzen und nur noch bis ins Schanfigg-Tal nach Arosa zu fahren. Eigentlich war das Ziel ja eh noch offen... So hatten wir Chur schon wieder fast in Richtung Arosa verlassen, als uns die Wettervorhersage einholte: Regen bei 5°-10° C in Arosa, im Engadin Wolken, 12°-19° C. So drehten wir wieder um und änderten unser Ziel noch einmal auf das traditionelle Engadin. Inzwischen hatte Martin unser Hin-und-her genutzt und uns dann auch eingeholt.

So kamen wir fast mitten in der Nacht in Scuol an und es gewitterte und regnete in Strömen. Zu allem Pech hatte auch der Campingplatz um 22 Uhr bereits sein Schranke geschlossen. Trotzdem hatten wir Glück: Dankbar stellten wir fest, dass jemand bereits extra für uns ein sehr großes, warmes und trockenes Zelt aufgebaut hatte. Nach einer Jass-Runde schliefen wir dann auch tief und fest...

So ganz gut war das mit dem Wetter nun am nächsten Morgen auch nicht... Da waren wir in unserer Kreativität und Entscheidungsfreudigkeit erneut gefordert und ließen uns auch nicht lumpen. Bald nach dem Frühstück saßen wir im Auto und machten uns auf den Weg in das Bergdorf Samnaun. Nachdem wir ausgiebig bewundert hatten, was andere in diesen entlegenen Winkel der Schweiz hochgebracht hatten, verbrachten wir in uriger Atmosphäre schließlich den Nachmittag und jassten. Da wir die vielen Österreicher in Samnaun nicht mit den vielen hochtransportieren berg-untypischen Konsumgütern alleine lassen wollten, nahmen wir einen Teil wieder mit ins Tal. Unterwegs stoppten wir noch unzählige Male, um mit unseren Digitalkameras Ixy und Ixus die rauhe und wilde Landschaft für die Erinnerungen festzuhalten.

Zurück in Scuol an unseren inzwischen aufgebauten, kleinen Zelten auf dem sehe gepflegten Campingplatz angekommen, stärkten wir uns - Käsefondue aus dem Gaskocher ist immer wieder originell. Da Martin neue Jasskarten gekauft hatte ("Original Schweizer Jasskarten"), mussten wir noch einmal in den Ort, um diese in einer gemütlichen Lokalität auszuprobieren. Nachdem wir dann die neuen Karten sahen, stand nur noch eine Frage im Raum: "Was ist denn das?!" Der Wirt unserer Bleibe antwortete "Das hab ich noch nie gesehen" und half uns freundlich mit eigenen Karten aus.

Dann kam der große Tag: Am Sonntag schien die Sonne. Schon ging es zügig den Berg hinauf, schnell waren wir über 2000m hoch und begannen mutig, durch prächtige Blumenwiesen wandernd und wild fotografierend, den Piz Clünas zu erklimmen. Herrlich klare Luft und der Ausblick auf frisch verschneite Berggipfel (Piz Lischana, Piz Buin, ...) trieben uns motivierend die schmalen und immer steiler werdenden Bergpfade hoch - Li ließ sich auch nicht durch zusätzliches Gewicht bremsen und transportierte ohne Klagen spielend unser ganzes Gepäck den Berg hinauf. Nach dem Gipfelfoto auf knapp 2800m mit Ixy und Ixus ging es auch schon wieder bergab, fast im Flug kamen wir wieder ins Tal...

Viel zu schnell waren wir dann auch schon wieder auf dem Heimweg - was uns bleiben, sind aber superschöne Erinnerungen und eine Flut aus tausenden von Bildern. Pech für die, die nicht dabei sein konnten...